influencer, INFLUENCER – das neue Modewort und alle Marketing-heinis drehen bei dem Wort durch. In jeder Zeitung, auf jedem Newsportal kann man täglich x News aus der Welt der Influencer lesen. Eine Firma die nicht auf Influencer setzt, die gibt es fast nicht mehr.

Eigentlich wäre das eine gute Sache.

Andererseits wissen viele Firmen gar nicht, wie sie mit Influencern umgehen müssen – und DAS ist ja wirklich das Peinliche an der ganzen Sache. Das Lustige ist aber auch, dass eine Influencer heute eigentlich total in die Hose gehen kann, und doch kann sie Dank den Medien ein kompletter Erfolg sein.

Gerade hat Coral so eine Influencer Kampagne durchgezogen und die ist so schlecht, dass sie bereits jetzt Kult ist und mehr als das Ziel erreicht hat – man spricht nämlich über diese Marke.

Die Kampagne

Also Coral hat viele „Influencer“ angefragt, ob sie bei dieser Kampagne mitmachen und ein Foto veröffentlichen würden inkls einer Flasche Coral und natürlich die entsprechenden Tags setzen.

Wie man hier sehen kann, die Instagramer haben ihren Job mehr oder weniger kreativ erfüllt.

My laundry schedule: wash, today fold, eventually iron, ha ha ha . #coralliebtdeinekleidung #coralcares #anzeige

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Die Nachahmer

Natürlich dauerte es nicht lange und diese Influencer Kampagne hat Nachahmer gefunden, die sich über diese Kampgne lustig machen.

Fazit

Also das ist ein sehr gutes Beispiel, dass eine schlechte Kampagne nicht umbedingt scheitern muss. Ich habe jetzt am 17. Juli um 20:22 genau 58 Instagram Posts mit diesem Hashtag gezählt. Von diesen 58 Posts sind etwa 1/3 Fake also sind es – wenn ich noch richtig Kopfrechnen kann – also ca 40 echte Posts und etwa 20 Fake. Wenn ich nun schätze, dass jeder Influencer der hier mitgemacht hat, ca 100€ bekommen hat – ich bin jetzt mal grosszügig rechne mit 200€ – dann sind das bei 40 Posts ein Budget von 8’000€.

Coral das ja aus dem Hause Unilever stammt ist ein Werbebudget von 8’000€ nichts, vermutlich aus der Portokasse bezahlt.

Da die Kampagne so schlecht geplant worden ist, hätte sie eigentlich total unbeobachtet verschwinden sollen – immerhin hat Instagram laut Statistik im April 2017 knapp 700’000’000 User gehabt. In Deutschland benützen so 9 Millionen diesen Dienst und in der Schweiz so 750’000 – sind wir grosszügig sind es also 10’000’000 User.
Also sind diese 40 Leute die hier mitgemacht haben – genau 0.0004% der D/CH Instagram User. Eigentlich ein schöner Witz.

Wenn man diese Zahlen also anschaut, dann hätte diese Kampagne 0 Wirkung erzielen sollen – aber es kommt meistens immer anders als man geplant hat.

Jetzt sind nämlich die Medien auf dieses Thema aufgesprungen und haben diese Kampagne gerettet.

Bis jetzt sind genau 927 Artikel erschienen (Google #Coralliebtdeinekleidung).

Leider weiss ich nicht wieviele Leute jetzt im Total diese Nachrichten gelesen haben – aber ich gehe davon aus, dass so ein Artikel auf diesen News-Portalen schnell mal mit 5000€ pro Artikel verrechnet wird. Wenn man das also aufrechnet hat Coral hier Gratiswerbung im Wert von 4’635’000€ erhalten.

Also stellt man diese beiden Zahlen nun neben einander hat Coral 8000 Euro bezahlt aber fast für 5 Millionen Werbung erhalten. Ich denke da können die Marketingleute bei Coral echt einen Champagner köpfen und sich heute besaufen.

Was können wir daraus lernen

Es gibt eigentlich 2 Wege – ok man könnte sagen 3 Wege um in den Social Media zu verkaufen. Zuerst einmal der alte Spruch

Mit jungen Frauen lässt sich alles verkaufen

Diesen Weg lass ich jetzt mal weg – denn er trifft auch hier voll zu.

Nein ich meine die beiden anderen Wege. Entweder man macht eine geniale Kamapgne die genial geplant, durchgeführt und unterstützt wird. Man nimmt dabei Influencer die Millionen von Followern haben, wie auch kleine Blogger die nur ein paar 100 Leser pro Monat haben. Und dabei erzeugt man einen genialen Werbeimpact und macht das Produkt zum neuen IN-Thema.

Oder man nimmt den 3. Weg – man baut so eine schlimme Kampagne mit dem Ziel, dass die Journalisten mit ihren alten Verkaufswege – die diese Kampagne als Thema auswählen und so unter die Leute bringen. Ich bin mir fast sicher, dass Coral diesen 3. Weg hier gewählt hat – sie hat die freudigen Journalisten zur Träger der Werbebotschaft gemacht. Das Resultat ist ja das gleiche, jeder spricht über Coral und damit hat man das Ziel erreicht (Seht ihr selbst ich rede über Coral obwohl ich das Produkt nie kaufe).

Übrigens

Übrigens ich möchte das nur am Rande noch erwähnen – ihr habt ja das Symbolbild gesehen. Ich mach also auch mit bei solchen Influencern Kampagnen – egal ob WC Bäseli oder Abwaschmittel – inkls Duckface – ich präsentiere jedes Produkt total begeistert 🙂 Einfach Melden…